Nachmieter gesucht
Da ich ja in Kürze umziehen werde ( jippi), bat ich meine jetzige Hausverwaltung um Unterstützung bei der Suche nach einem Nachmieter. Ganz tatkräftig wurde daraufhin im Indernet eine Anzeige geschaltet und es meldeten sich etliche Intressenten. Da ich ja ( zumindest in manchen Dingen) sehr effizient bin, habe ich alle 6 Besichtigungstermine auf einen Vormittag gelegt. Dieser Tag war echt Kinoreif, daher gibt es diesen Post:
11Uhr 20: mein Eifone klingelt: Ja hallo Herr Fünfzehn, hier ist Frau Schmidt, wir waren heute um 13Uhr zur Besichtigung verabredet. Ich wollte nur kurz fragen ob ich auch jetzt schon kommen kann. „Klaro Karo“ war meine Antwort. “ Und haben Sie etwas dagegen wenn ich meine Schwester mitbringe?“ “ Natürlich nicht“ sagte ich, ohne zu ahnen was sie damit meinte.
11Uhr40: Es klingelt, ich geh an die Fernsprechanlage: “ Fünfzehn, hallo“
„Jaaaaahaaaaa, ich bins, Frau Schmiiihiiidt“ ( am Telefon erzählte Sie mir noch, sie habe sich gerade von ihrem Freund getrennt- muss wohl schmerzlich gewesen sein, wenn man 3 Tage später mit so überschwenglich guter Laune auftritt). Ich drücke den Türöffner, kurz darauf stand sie mit Ihrer Schwester vor der und versperrte mir den Blick in den Flur. Ohne zu fragen und ohne sich zu bemühen ihre Schuhe auszuziehen ( vielleicht war´s ja auch besser so) betraten die Beiden ganz gemächlich mein „schmuckes Appartment“ und schauten sich um. Irgendwie war meine Wohnung auf einmal noch viel kleiner als sonst, die beiden füllten den Raum wirklich aus.
11Uhr 45: Es klingelt. Ich dachte, aaaah- der 11Uhr30 Termin. Ja, das war sie, Frau SchöngudnTachichrufwegenderWohnungan. Ich nahm den Hörer ab: “ Fünfzehn, hallo“. Sie: “ Ja`sch bin wegn der Wohnung da“. Ich: “ Wie war noch mal Ihr Name?“ Sie: “ NaschbinwegnderWohnungdaaaaaaaaaaaa“ Ich: “ O.K., komm´se hoch“ . Und dann stand Sie vor mir: Die Depression und Demotivation in ihrer völligen Vollendung. Klein, gebückt, die Mundwinkel schliffen neben ihren Schuhen durch meine Wohnung. Alles was sie sagen konnte war: “ S´iss aber klein, nee iss das klein, ooooooooh ist das klein“. Frau Schmidt und ihre Schwester( in völliger Entzückung ) hingegen: “ Och ist das schön, das ist aber schön,und so schön eingerichtet ( Kling- halber Pluspunkt) ach das reicht doch. Und eine Küche ist auch drin. Ach und das Bad ist auch schön und der Balkon ist ja schön. Schön, schön, schön“. Daraufhin verabschiedeten sich alle drei. ( was ich nach diesem Termin dachte muss ich hier glaub ich nicht näher erläutern
).
12Uhr: Es klingelt wieder, Türsprechanlage: „ Müller hier, Nadiiiiiin Müller. Wir waren verabredet“. “ Komm´se hoch“. Ich öffne die Tür, vor mir steht eine 25 Jahre junge Eventmanagerin mit extremen Berliner Dialekt. “ Ick zieh´mer erstma de Schuhe aus, wa“. ( Kling- Pluspunkt) „ Juten Tach, mein Name is Müller, Nadiiiiiiiiiiin Mülleeeeeeeer. Kann ick reinkomm?“ „Klar„ “ Schön hamm´set, Herr Fuffzn. Ick stell ma meene Tasche hier hinne, wa. Ja, det isse also, de Wohnung. Kann ick mer erstma umkiecken und denne stell ick Iiiihn n paar Fragn?“ “ Aber bitte doch, es soll ja schliesslich Ihre Wohnung werden.“ “ Juuut, denn schau ick ma“
12Uhr 05 , es klingelt wieder: “ Ja hier ist Beimer, ich komm wegen der Wohnung.“ Als ich öffnete dachte ich: Junge,die Disco ist wo anders. Der Typ war völlig überstylt,overdressed ( bei „uns“ würde man sagen: so würde ich mich nicht mal Nachts übern Hof auf´n Topf trauen) aber egal, Hauptsache er nimmt die Wohnung. Wortlos und ohne Schuhe ging er durch die Wohnung, Fragen stellte er keine, denn das erledigte Frau Müller für Ihn, für Alle, für das ganze Land, für das ganze Universum. Sie zückte ihr Notizbuch und schon ging es los: “ Sahnsse ma, Herr Fuffzn, wie issn dette, hammse hier Indernedd?“ “ Jupp, sogar dee Ess Ell“ “ suuuper, unde Nachbarn, wie sinn die so druff“ “ Alle ganz lieb.“ “ unn iss det hier im Sommer dolle heiß, kommt de Sonne oh an Balkon ran, oder iss det hier Nordn? Wie oft kommte de Putzfrau und macht det Treppenhaus sauber? Kommse mit ihre Nebenkosten juut zurescht, oder zahln´se eher nach? Watt verbrauchn´sen hier ann Strooohm? Hört ma de andern Mieter dolle Quatschen, Nachts ?( ?!?!?!?!) Meckern de Nachbarn immer glei wenn ma ma de Musik lauter hat, oder sacht da keeeener wat? ( Die restlichen 1000 Fragen erspar ich euch lieber) “ Ach unn noch watt, jibbts hier ooch nen Keller? „ „Klar, wollen wir mal kucken gehn?“ „Dett wär super, da zieh ick mer ma de Schuhe wieder an unn denn jeh mer ma“ Herrn Beimer und mir war die Erleichterung über das Ende der Frage sichtlich anzumerken. Ich zeigte den Keller und den Waschmaschinenabstellraum. Im selbigen entbrannte dann noch eine heftige Debatte darum, wer wohl die Wohnung bekommt, denn Frau Müller begann ihre Fragen häufig mit den Worten „ Wenn ick dann? Kann ick dann ooch?“ Das passte Herrn Beimer gar nicht. Als er versuchte Sie über die allgeime Wohnungssitiuation aufzuklären und sie dann auch noch fragte was sie denn so sicher macht, das sie diese Wohnung bekommt und ob sie denn schonmal ne eigene Wohnung hatte, antwortete sie total entrüstet: “ Tüüüüüürlich hatte ick schon ne eijgne Wohnung. Ick hab schon bei meim Beh Weh Ell Stidium in ne eijgne Wohnung jewohnt. Unn in Neufundland hab ick ooch ne Wohnung jehabbt. Unn de Vorraussetzung mit feste Arbeit hab ick ooch. Ick zieh ja wegn de Arbeit hier hin umm“. An dieser Stelle verabschiedete ich mich höflich von beiden, denn ich hatte die Schnauze voll
12Uhr 30: Türsprechanlage: Ja hier ist Herr Ichsprechsoschnellsieverstehnmichehnicht. “ Komm´se Hoch“ er war auch interessant. Mit Zollstock und Papier bewaffnet gleitete er entlang der Wände durch meine Bude. Alles was er zu sagen hatte war: “ Passt,passt, passt,passt. Ja, passt. Tschüss Herr Fünfzehn“ O.k. dachte ich, Zeit für nen Kaffee und ne Kippe.
13Uhr: “ Kommse hoch“ O.k. Menschen sind verschieden und alle haben Eigenarten, ich sicher auch. Aber, wenn sich jemand mehr für den Keller interessiert als für die Wohnung, in die bald eine neue Küche eingebaut wird ( ohne Mieterhöhung) dann gibt mir das zu denken. Ich hab Ihm dann auch gleich angeboten den Selbigen zu besichtigen, was auf große Freude stiess. Also wenn der dann mit einigen Gefriertruhen anrückt, würds mich nicht wundern.
Alles in Allem, kann ich im Nachhinein darüber lachen. Und :“ Jürgen unn icke, wir beeden sinn schon voll jespannt wer nu de Wohnung krischt, wa.“
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Da binn ick awer jedze oooch jespannt!
Waah!
wurzelvorstufe - 16. Juni 2009 at 20:34
ick hätt ja soone idee wär et wärn könnde, awer ick will ja de andeeern leeser nisch beeinflussen, waah.
nullachtfuenfzehn0815 - 17. Juni 2009 at 00:02
Dat schreib ick mir gleich ma uf!
wurzelvorstufe - 17. Juni 2009 at 12:05
jut, mach dett. ick jeb dann de informatschon an dir weiter, wenn´et sowei iss, waah.
nullachtfuenfzehn0815 - 18. Juni 2009 at 00:52
Du wolltest doch mal die Wohnung für eine woche mir geben…
Onk L.R, Hard - 22. Juni 2009 at 22:26
haha, ist das dein ernst? mal abwarten wann der neue, noch nicht feststehende nachmieter einzieht. allerdings dann nur noch ohne möbel.
nullachtfuenfzehn0815 - 22. Juni 2009 at 22:41